Heute war ein wirklich schöner Sonntag. Schon als ich um kurz nach halb 9 aufwachte, schien die Sonne von einem blauen Himmel umrahmt strahlend hell: "Sonne der Gerechtigkeit - gehe auf zu uns´rer Zeit ..." Frühstück: Rosinenbrot, Butter, Kakao, Kaffee und Milch. Dann Hausgottesdienst mit ein paar Freunden aus dem TSA: ein Moment Stille mit Bildbetrachtung, ein paar Lieder und eine Predigt vom Laptop (Kurt Schneck von den Fackelträgern hatte für uns ein Wort über Nachfolge im 21. Jahrhundert). Mittagessen: Maultaschen.
1 Stunde Mittagsruhe. Lesen im Garten. Auf´s Fahrrad und ab zu einem Milchshake. Immer noch blauer Himmel und Sonne: "Die güld´ne Sonne voll Freud und Wonne ..." Abendessen: Stulle mit Brot.
Am Nachmittag saß ich einen alten Schinken lesend im Garten. Ich hatte mal wieder nach ein paar Monaten Pause die "Lebensbeschreibungen heiliger Seelen" von Gerhard Tersteegen hervorgekramt und ein bischen über Gregorius Lopes gelesen. Hier hab ich früher schon mal was über sein Beten geschrieben: "Dein Wille geschehe ..." Dann blätterte ich weiter zu dem Markgrafen von Renty. Irgendwie sind mir die wenigen männlichen Heiligen zwischen den vielen weiblichen näher; die Frauen in dieser Biografiensammlung haben mir zu fremde Visionen.
Interessant sind die Umstände, unter denen der Markgrad von Renty sich Gott zuwendet: Als er wieder einmal in einen Buchladen ging, um sich wissenschaftliche Literatur zu kaufen, empfahl ihm der Buchhändler "das berühmte Büchlein des Thomas von Kempis `Von der Nachfolge Christi`, mit der Bitte, dieses zu lesen. Weil ihm aber der Sinn nach anderen Wissenschaften stand, so machte er dieses erste Mal keinen Gebrauch davon." Der Buchhändler drängelte dann aber immer weiter, das Buch doch zu lesen. Renty "willigte dann ein, las es und wurde so davon berührt, dass er beschloss, das Heil seiner Seele mit Ernst zu bedenken und sich Gott zu übergeben."
Einige Kapitel später geht es dann um 4 Arten des Gebets, wie sie der Markgraf wohl pflegte und anderen Gläubigen in Briefen und Gesprächen empfahl: ( a ) die Betrachtung, ( b ) das Gebet des Herzens, ( c ) die wirksame Beschauung und ( d ) die leidentliche Beschauung - Begriffe, wie man sie im evangelischen Raum selten und in einer Predigt über Gebet heute wohl nicht so häufig hört. Dabei finde ich die Gedanken darüber so hilfreich und das Gebetsleben anregend. Was meint Renty? Die erste Weise des Gebets wird hier kurz umrissen; die drei anderen folgen später.
( a ) Im Gebet der Betrachtung geht um das verstandesmäßige betende Brüten und Nachdenken über einem Bibeltext. Dabei wird ein Text mehrfach gelesen: mal laut, mal leise, Wort für Wort, Vers für Vers. Man kann einen Text auch singen. Man bewegt ihn in seinem Herzen (siehe Maria in Lukas 2, 19 und 51).
Das Geschehen wird vor das innere Auge gemalt. Was passiert? Was wird in den Versen beschrieben? Personen? Worte und Gespräche? Wiederholungen? Betonungen? Was tut und sagt Jesus? Man vergegenwärtigt sich die Situation und stellt sich mit hinein in die Jesus umgebende Menschenmenge. Man hört mit, sieht mit und nimmt auch etwas von dem Fisch, den Jesus an die 4 000 austeilt (Markus 6, 41). Luther sprach ja auch davon, Bibelworte wie Kräuter zwischen den Fingern zu zerreiben, bis sie duften. Mit allen Sinnen die Bibel lesen. Betend: "Herr, öff´ne du mir die Augen ..."
Vorrangig betrachtete Renty Verse über das Leben, das Leiden und das Sterben Jesu, da er darin das Vorbild eines gottgefälligen und Gott gehorsamen Lebens sah. Wenn in Jesaja 53, 3 steht, dass die Menschen den gemarterte Jesus nicht ansahen und vor Erschrecken das Gesicht abwandten, dann wollte Renty dies ganz bewusst: hinsehen, wie Jesus für die Menschen und für ihn aus Liebe stirbt.
Dazu ist aber Zeit nötig, die man nur durch den festen Entschluss erlangt, sich einmal einen ganzen Abend frei zu nehmen und die Nähe bei Gott zu suchen! In "Das Geheimnis der Anbetung" sagte Andrew Murray dazu: "Nimm dir Zeit. Gib Gott Zeit, sich dir zu offenbaren. Nimm dir Zeit ... Harre darauf ... Nimm dir Zeit, sein Wort wie in seiner Gegenwart zu lesen ... Lass das Wort um dich und in dir heilige Atmosphäre schaffen, ein heiliges, himmlisches Licht, in dem deine Seele erfrischt und gestärkt wird für die Arbeit des täglichen Lebens."
In dem bekannten Lied "Leben aus der Quelle" heißt es: "Hilf mir zu schweigen und auf dich zu warten. Nur noch aus dir will ich leben, oh Herr." - Das sollte immer wieder unser Gebet sein.
Sonntag, 30. September 2007
Ein schöner Sonntag und die erste Art, zu beten
Samstag, 29. September 2007
flink verlinkt
Theologisches | Kirchliches | Gesellschaftliches | Kulturelles | Technologisches | Amüsantes mit einem Zwinkern - aufbereitet von Simon de Vries - gibt es hier: http://www.pastorbuddy.de/. Verlaufen kann man sich z.B. in der Bibliothek der Kirchenväter.
Freitag, 28. September 2007
Weisheiten aus den unendlichen Weiten
Ein schöner Abend war´s mit Maria und Björn, mit Neli und Manuel, mit Lise und Aline, mit John und Manfred. Es gab Käsechips und Erdnussflips, Kuchen und Asiadip. Folgende Schlauheiten wurden zwischen Schlachten und Kampfszenen ausgetauscht:
"Er sollte die Chance haben, etwas über sein Potential zu erfahren ... Das Potential, einen besseren Menschen aus sich zu machen ..."
"Ich sehe, was Sie sein könnten ..."
"Er begrüßte die Veränderung, weil er immer besser sein wollte, als er war ..."
Kirchengemeinden in´s Netz!
Auf iCHURCH gibt es in nächster Zeit eine Serie darüber, wie sich Glaubensgemeinschaften im Netz präsentieren können; Natalie Zwiefka schreibt: "Gott ist nicht nur in der Kirche anzutreffen ..."
We´re about to find out, Data.
Darauf habe ich mich schon ein paar Tage gefreut. Neli hat es angeleiert: Heute abend schauen wir gemeinsam "Nemesis" (Star Trek X). Die Bedeutung für "Nemesis" findet sich hier: so nannten die Griechen eine ihrer Göttinnen und James C. Watson einen Asteoriden, den er im November 1872 entdeckte.
Und wer sich über die aktuellen Fragen, die man sich bezüglich der unendlichen Weiten stellt, informieren will, der tue dies doch hier: http://www.nasa.gov/
Donnerstag, 27. September 2007
Zeitmanagement
Zeiteinteilung ist eines meiner aktuellen Themen: Wie kann ich meine Woche planen? Nutze ich die Stunden eines Tages auch voll aus? Wo verliere ich kostbare Zeit?
In einem kleinen Studienheft von xpand zum Thema "Zeitmanagement" fand ich ein paar Anstöße, die bei mir gerade wie der Deckel auf den Topf, wie die Faust auf´s Auge, wie der Hammer auf den Nagel passen. Darin werden Fragen aufgelistet, die man sich zur Selbstkontrolle einmal stellen sollte; ich war flink erschrocken. Hier ein paar Auszüge:
01) Ich weiß, was ich an einem Tag erreichen will.
02) Ich kann genau nachvollziehen, wo meine Zeit geblieben ist.
05) Ich nehme mir täglich/wöchentlich Zeit zum Planen.
09) Ich weiß, welchen Zeitanteil welche Tätigkeiten in meinem Leben haben.
10) Ich halte meinen Fernseh - und Medienkonsum auf ein notwendiges Maß.
15) Ich definiere meine Arbeitsziele.
16) Ich mache regelmäßig eine Analyse über den Ist-Zustand meiner Zeiteinteilung.
21) Ich mache jeden Tag etwas, das mir Spaß macht.
24) Ich erkenne und eliminiere Zeitverschwendung.
26) Ich plane auch Freizeiten ein.
29) Ich gehe in eine Besprechung und weiß genau, was ich erreichen will.
34) Ich habe sofort einen Überblick über Termine, Ziele und Projekte ...
Jetzt, wo ich für die Organisation meines Tages ganz allein verantwortlich bin, ich Zeit und Arbeit selbst zu planen habe und ich nicht mehr den gewohnten Rhythmus der Studienzeit zur Hilfe habe, fällt mir auf, dass ich doch oft achtlos mit einem Tag und seinen Stunden umgehe. Ich könnte manchmal mehr schaffen.
Jedoch kann ich schon eine erste Bilanz ziehen: Seitdem ich mich bewusster diesen Fragen widme, lebe ich - so kommt es mir zumindest vor - wacher. Zwar ist die Rückschau am Abend eines Tages oft noch ernüchternd, doch merke ich, dass ich zielgerichteter und überlegter lebe(n will).
Und das erfüllt mich mit einer angenehmen Freude. Ich sehe, dass ich schaffe, was ich mir vornehme; ich lerne, wo ich besser vorausdenken sollte ... Eine schöne Chance, das Leben in den Griff zu bekommen. Und bei allem ist ja auch Jesus dabei und ein guter Lehrer. Mit seiner Hilfe wird die Theorie bald vom Kopf in´s Herz rutschen und in der Praxis zur Anwendung kommen können.
Es wird besser.
und gleich noch mal: Karaoke mit Funkstörung
Ein Hit von der cd "do not destroy". Weitere Funkstörung Infos hier!
Mittwoch, 26. September 2007
Funkstörung
Also, das ist ja mal ein schönes Video. Die Musike kommt von Funkstörung. Mehr gibt es hier.
Dienstag, 25. September 2007
Das IGW macht´s möglich
Vor kurzem hab ich schon mal davon berichtet: das IGW stellt manche der Arbeiten ihrer Studierenden frei zur Verfügung. Hier kann man jetzt eine Arbeit von Peter Müller über die Missionsarbeit der iro-schottischen Mönche bekommen und nachlesen, warum und wie sie so erfolgreich waren. Und dann gibt´s auch noch eine Arbeit von David Bucher über Leiter und darüber, was Leiter motiviert. Danke IGW.
nehmen
Was sollte ein Leiter tun?
Die Stimme Gottes vernehmen,
den Auftrag Gottes annehmen,
eigene Verantwortung übernehmen,
eine Position einnehmen,
das Ziel in den Blick nehmen
und Menschen mitnehmen.
10Q & 10A mit Matthias Brüns
Teil 2 meiner neuen Reihe: Was kann man von anderen Leitern lernen? Welche ihrer Erfahrungen sind für uns hilfreich? Heute wird Matthias befragt; mit ihm hab ich am Theologischen Seminar Adelshofen studiert. Außerdem verbindet uns eine gemeinsame Zeit im Missionsteam Hamburg bei der Heilsarmee auf der Reeperbahn. Seit einem Jahr ist Matthias Jugendpastor in der Petrusgemeinde in FFM/Kelsterbach.
1Q = An welchem Projekt oder an welcher Frage bist du derzeit dran? Was bewegt dich momentan besonders stark?
Wir sind in der Jugendarbeit in einem starken Umbruchprozeß, bei dem es um die Frage geht, wie wir den Jugendlichen helfen, stark zu werden im Glauben; einfacher gesprochen: wie wir es schaffen, dass sie ihre Bibel lesen und beten.
2 Gründe dafür
erstens: dass wir sehen, nichts verändert die Jugendlichen als eine Schau von Gottes Gnade;
zweitens: dass mich das Thema Gebet selber seit den Sommer begleitet. Also bin ich selbst sehr stark am Gebet dran. Ich merke, wie schnell man einer wird, der theoretisch darüber spricht, aber es selbst nicht praktiziert.
2Q = Was sind Eigenschaften, die ein Leiter haben sollte?
Eine starke Verwurzelung in Gottes Wort,
eine enge Beziehung zu Jesus,
ein gehorsames Herz,
die ständige Bereitschaft, dazu zu lernen
und
das Bewusstsein, dass man ersetzbar ist.
3Q = Was hilft dir, wenn du größere Entscheidungen treffen musst? Wie gehst du im Entscheidungsfindungsprozess vor?
Ich suche ehrlich nach Gottes Sicht der Dinge,
berate mich darüber mit anderen
und
halte Ausschau nach Erfahrungen, die andere gemacht haben.
4Q = Du willst Mitarbeiter für ein Projekt gewinnen: Was tust du, um sie für dein Anliegen zu begeistern?
Ich beobachte sie und halte Ausschau nach ihren Gaben.
Halte ich sie für geeignet, male ich ihnen in einem persönlichen Gespräch die Vision vor Augen und lade sie dann dazu ein, bei der Umsetzung dieser Vision mit ihren Gaben mitzuhelfen, wobei ich ihnen die Möglichkeit gebe eine Zeit lang hineinzuschnuppern, bevor sie eine endgültige Entscheidung treffen.
5Q = Was ist die wichtigste Lektion, die du durch Krisen, Herausforderungen und Schwierigkeiten in deinem bisherigen Leben gelernt hast?
Eine meiner wichtigsten Lektionen war auf jeden Fall, dass das Reich Gottes mit Sündern gebaut wird, die eine persönliche Erfahrung mit Gnade gemacht haben. Obwohl ich schon länger mit Jesus lebte, bin ich an mir selbst kaputt gegangen, weil ich versucht habe, aus eigener Kraft Dinge zu machen für Jesus.
Die Erkenntnis, die ich dabei machte, will ich mit den Worten von Roy Hession ausdrücken: „Jesus sehen bedeutet: Im Glauben wahrnehmen, dass ER alles ist, was ich als Sünder, als Versager, als mit Armut Geschlagener, als Kraftloser brauche, und dass ich IHM erlaube, jetzt, in diesem Augenblick, für mich das zu sein, was mir fehlt.“
6Q = Was hast du für ein Dienstverständnis? Nenne und beschreibe kurz 3 Grundwerte, auf die du deinen Dienst gründest!
Lieben – Zuerst und mehr als meinen Dienst geht es um meine persönliche Gottesbeziehung.
Berufen – Ich mach das, was ich tue, weil Gott mich dort hineingestellt hat.
Verwalten – Da Gott mein Arbeitgeber ist, macht er sich die Sorgen. Ich möchte das tun, was er mir aufträgt. Es ist seine Arbeit.
7Q = Welche Menschen haben dich bisher am meisten inspiriert? Wie?
Das sind ganz verschiedene. Da sind die großen Prediger wie Wesley, Finney, Spurgeon, Moody, Hession, Kivengere, zu sehen wie sie das Wort Gottes in Kraft verkündigten,
aber dann auch „einfache“ Leute, die durch Gebet Gottes Arm bewegen, die in Schlichtheit das tun, was Gott ihnen aufträgt. Da ist zum Beispiel mein ehemaliger Mitarbeiter in der Jungschar, der mich mit seinem radikalen Verkündigerlebensstil herausgefordert hat.
8Q = Woher bekommst du für deine Arbeit Anregungen? Woher bekommst neue gedankliche Anstöße, die deine Arbeit beeinflussen?
Natürlich durch die Zeit mit Gott, der mir Dinge aufs Herz legt.
Dann aber auf jeden Fall auch durch ein offenes Suchen nach Hilfen.
Ich interessiere mich viel für andere, wie sie Gemeinde bauen.
Ich informiere mich über Freunde, Internet und lese Bücher.
9Q = Welche Bücher hast du in letzten Wochen gelesen?
„Die Macht des Gebets“ von R. A. Torrey
„Beten wirkt Wunder“ von Helga Anton
„Sieg des Gebets“ von Oswald Smith
„Prinzipien erhörlichen Gebets“ von Kornelius Nowak
„Deutschland auf der Couch“ von Stephan Grünewald
„Christenspiegel“ von Sören Kierkegaard.
10Q = Welchen Tipp hast du für junge werdende Leiter?
Gnade, Gnade und nochmals Gnade; keine andere Botschaft verändert die Menschen als die Botschaft der unverdienten Liebe Gottes.
Montag, 24. September 2007
EINSATZ MIT DEM GEMEINDETEAM





Am letzten Samstag hatten wir - das Gemeindeteam: Rebekka und ich - einen Einsatz in einer naheliegenden Kirchengemeinde. Wir wurden von dem Pfarrer angefragt, ob wir einen Kindernachmittag zum Thema "Das verlorene Schaf" gestalten könnten. Jupp und zugesagt. Wir hatten eine sehr schöne Zeit: superblauer Himmel und strahlende Sonne und dazu 40 Kinder.
In der Kirche ging es mit einigen kreaktiven Mitmachliedern los: "Wenn Gott uns etwas verspricht", "Halli Hallo" und "So bin ich, Jesus, ohne dich". Die Kinder waren begeistert und sangen laut mit. Danach eine große Spielstrasse um die Kirche: Schafe scheren, Wölfe vertreiben, Pizza essen, Hirtenstäbe schnitzen ... alles, was mit Schafen und Hirten zu tun hat.
Als nächstes gab es ein Spaßprogramm mit neuem Hirtenrap; Hip Hop will rockandschock the nation:
VIEL GRÜNES GRAS GIBT´S HIER NICHT MEHR.
WIR WECHSELN DESHALB SCHNELL DIE WEIDE
UND FRESSEN AUF DER ANDER´N SEITE!
Die Kinder gingen mit Hirtenhüftschwung voll ab. In der Kirche fand dann der Abschiedgottesdienst statt: Lieder, Kinderpsalm, "das verlorene Schaf" und eine Preisverleihung. Die Kinder hatten sichtlich ihre Freude. Schön war auch, dass viele ausländische Kinder dabei waren: vor allem Türken.
Donnerstag, 20. September 2007
fast or far or furious?
Fast jeden Donnerstag haben wir bei uns im Lebenszentrum einen Gast aus einer Missionsgesellschaft, der aus seiner Arbeit berichtet. Man bekommt über die Zeit einen wunderbaren Einblick in die Vielfalt der Mission Gottes weltweit: alle Kontinente und viele Volksgruppen werden von den unterschiedlichsten Missionen auf ganz unterschiedlichste Weise erreicht - Schön! Heute
hatten wir jemanden aus einer mir ganz unbekannten Mission zu Besuch, der vor allem die Christen in der islamischen Welt schult und zu eigenständiger Missionsarbeit ermutigt. Und da fiel auch ein Satz, den ich mir gleich aufschrieb: "If you want to go fast, go alone - if you want to go far, go together!" Ein Aufruf zu networking und Teamarbeit.
Hatten heute einen krassen Straßeneinsatz in Heilbronn: blauer Himmel, Sonne, offene Menschen, einige sehr gute Gespräche über den Glauben.
Außerdem ist Arne für einen Tag im Lebenszentrum; am Buffet erinnerte er gleich noch einmal ganz drängend an den Studientag über Emergentes in Erlangen.
Mittwoch, 19. September 2007
innerlich dabei?
Seit zwei Wochen gehe ich jeden Tag zu einer liturgischen Andacht. Vor dem Mittagessen, von 12.15 Uhr an sammeln sich für eine viertel Stunde alle, die es arbeitsmäßig einrichten können, zu einer kleinen Zeit der Besinnung: ein, zwei Lieder, eine Zeit der Stille, gemeinsames Gebet, abwechselndes Lesen einzelner Bibelverse. Ganz schlicht.
Heute kam ich 5 Minuten zu spät. Als ich in die Kapelle trat, wurde gerade das Lied "Gott ist gegenwärtig" von Gerhard Tersteegen gesungen. Ich singe es so gern: "... lass dein schönstes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte." Danach war Gelegenheit, kurz über einzelnen Gedankenanstößen - Gott ist unsichtbar, doch in seinem Tun erkennbar; Jesus: "Wer mich sieht, sieht den Vater"; "Siehe, ich bin bei euch alle Tage!" - still zu werden.
Ich musste dabei darüber nachdenken, wie schnell doch so eine Andacht zum Automatismus, zur Pause von der Arbeit, zum Anlass, eine Aufgabe liegen zu lassen, zur gedankenlosen und richtungslosen Stille ohne Bewusstsein der Gegenwart Gottes werden kann. Gerade weil ich doch so darauf achten will, dass alles in meinem Leben vor den Augen Gottes und in seiner Nähe geschieht, fällt es mir auf, wie ehrfurchtlos und gottvergessen ich manchmal meine Tage verbringe und selbst in solch einer Andacht singe oder bete.
Ich will weiterhin regelmäßig zu diesen Andachten gehen. Doch jetzt werden für mich die kleinen Bemerkungen der Karmelitin Teresa von Avila bedeutsam, die an ihre Mitschwestern genau darüber schreibt und sie auffordert, zu beachten, dass die gemeinsamen und persönlichen Gebete nicht zu einer leeren Hülle, zu einem bloßen Verrichten und Rezitieren verkommen.
Sie schreibt: "Bedenkt, wenn ihr vor den Herrn tretet, wer der ist, zu dem ihr sprechen wollt oder zu dem ihr sprecht. Auf ihn allein muss all meine Aufmerksamkeit gerichtet sein." Und an eine anderen Stelle: "Wenn ich mündlich bete (oder in einer Zeit der Stille die Gedanken auf Gott ausrichte) und mir dabei voll bewusst bin, dass ich mit Gott spreche (oder an ihn denke) und darauf mehr innere Aufmerksamkeit richte, als auf das Wort selbst ...", so ist das ein rechtes Gebet, gerade, wenn es jede Woche wiederholt gesprochen wird.
Es wird mir also in der kommenden Zeit eine Übung sein, im Gebet aufmerksam zu sein, selbst wenn es jede Woche gleich abläuft, selbst wenn ich an Arbeit denke, die mich den Vormittag über beschäftigte oder an solche, die noch vor mir liegt.
"Gott ist gegenwärtig ... Gott ist in der Mitte ..." und: "All mein Denken, all mein Wollen soll auf dich gerichtet sein ..."
Dienstag, 18. September 2007
aufgeschlagen
Nachdem ich lange genug die christlichen Mystiker gelesen und mein Innerstes beleuchtet habe, geht es nun mehr nach außen; ich ergänze meinen Lesestoff durch eine weitere Facette und stelle mir folgende Fragen: Wohin will ich mich in nächster Zeit entwickeln? Kenne ich meine Gaben? Welche Fertigkeiten sind zu schulen? Was will ich den nächsten Monaten meines Anerkennungsjahres Neues lernen und wo will ich in 5/10/15 Jahren sein? Reichlich Inspiration finde ich aktuell hier; auf meinem Bücherstapel am Bett liegen:
John C. Maxwell von iequip: "Leadership - Die 21 wichtigsten Führungsprinzipien"
und Leo Bigger vom ICF: "festigen"Was mich gerade sehr trifft, sind die Aufforderungen "Übernimm Verantwortung!", "Steigere und entwickle dich!" oder "Triff Entscheidungen!" Wie Zauberworte klingen für mich zur Zeit Begriffe wie "Übungsbereitschaft", "Lernen", "Tagesablauf", "Treue im Kleinen" oder "Disziplin" ... Jetzt müssen die Dinge nur noch in´s Leben!
Und als Korrektiv: Ich glaub, Arne mag solche Bücher nicht so sehr; vielleicht passend dazu hier eine kleine Buchbesprechungempfehlung.